MANFRED HEINZE
visual art

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Zellen 295 [Cells 295] (1983) - 00.295 - gouache, oil, canvas - 30 x 40 cm














CELLS
For now 40 years Manfred Heinze has been painting his typically cell-like ornament which, as you might think is not inspired by biology, but of broken stone slabs of a terrace covering. As in almost all of his paintings, these cells overlay the background.
Since 1977 the cells were predominantly made of ink, they are delicate and small, but today the cells are much more powerful and taller. They are often multi-colored or filled wiht color, with borders or colored gaps. Partly the color is only thinly applied, partly pasty.
Since 1983 there are some cells, which are very geometric, mostly rectangular, and only singularly accentuate the painting. This group, which was formerly known as »dichotomy«, is now runnig as a subgroup of the group of »cells«.

Also, for a long time, there were indications  that Manfred Heinze would say goodbye to the classic canvas on stretcher, all the paintigs now are nailed directly on the wall. For a very long time it was also common practice for him to experiment with fabrics such as chintz, cotton, jacquard or printed decoration fabrics. So why invent the background or just use white screen, if there is such an incredible range of woven and printed fabrics that are otherwise hardly appreciated in the art context.

But not only the visible work is interesting, but the whole process from the selection of the fabrics to the storage of the ready works. This creates a coherent conceptual structure around the work of art. The work reflects, if you look closely, its complete existence. Wrinkles, bumps, frayed edges, stains, color breaks, color rubs - all processes of the art production are clearly visible in the work itself. The painting thus tells of its own existence beyond the actual motive.

And as if all of that is not enough, he also makes visible to us the madness of wasting logistical and financial resources, while day by day thousands of art works are traveling in gigantic art transport boxes around the world and leave huge ecological footprints. Manfred Heinze simply folds or wraps his paintings for transport and storage. Thus, the images are brought extremely efficiently from A to B and finally get a third dimension through the wrinkled surface. Consequently, instead of  »paintig«, you could also speak of a »relief« or an »object«.
(Hans Ernst, Berlin, 2016)


ZELLEN
Seit 40 Jahren malt und zeichnet Manfred Heinze nun schon sein zellenartiges Ornament, das nicht, wie man meinen könnte, von der Biologie, sondern von Bruchsteinplatten eines Terrassenbelags inspiriert ist. Wie bei fast all seinen Bildern überlagern diese Zellen den Malgrund.
Waren die Zellen seit 1977 überwiegend und Tusche, zart und klein ausgeführt, so sind die Zellen heute deutlich schwungvoller und größer. Sie sind oft mehrfarbig oder farbig gefüllt, mit Rand oder mit farbigen Zwischenräumen. Teils ist die Farbe nur dünn aufgetragen, teils pastos.
Seit 1983 gibt es immer wieder auch Zellen, die sehr geometrisch, meist rechteckig sind, und nur vereinzelt das Bild akzentuieren. Diese früher Dichotomie genannte Werkgruppe wird heute als Untergruppe der Werkgruppe Zellen geführt.

Auch deutete es sich längst an, dass Manfred Heinze sich von der klassischen Leinwand auf Keilrahmen verabschieden würde, denn alle Bilder werden für Ausstellungen direkt auf die Wand genagelt. Schon sehr lange war es auch gängige Praxis bei ihm, mit Gewebe wie Chintz, Baumwolle, Jacquard oder bedruckten Dekostoffen zu experimentieren. Warum also den Untergrund erfinden oder nur weiße Leinwand nutzen, wenn es eine so unglaubliche Auswahl an gewebten und bedruckten Stoffen gibt, die sonst im Kunstkontext kaum gewürdigt werden.

Aber nicht nur das sichtbare Werk ist interessant, sondern der gesamte Prozess vom auswählen der Stoffe bis hin zur Lagerung. So entsteht ein in sich schlüssiges Konzeptgebilde um das Kunstwerk herum. Das Werk spiegelt, wenn man genau hinsieht, seine vollständige Existenz. Knicke, Falten, Beulen, ausgefranste Ränder, Flecken, Farbabbrüche, Farbabrieb – alle Vorgänge der Kunstproduktion werden im Werk selbst deutlich sichtbar. Das Gemälde erzählt somit von seiner eigenen Bildexistenz über das eigentliche Motiv hinaus.

Und als ob all das noch nicht reichen würde, macht er uns auch noch auf den Wahnsinn aufmerksam, mit dem weltweit täglich tausende Kunstwerke in gigantischen Kunsttransportkisten unterwegs sind, einem irrwitzigen Aufwand an logistischen und finanziellen Mitteln bedürfen und gigantische ökologische Fußabdrücke hinterlassen. Manfred Heinze faltet oder knüllt seine Bilder einfach für den Transport und zur Lagerung. So sind die Bilder äußerst effizient von A nach B zu bringen und erhalten schließlich durch die geknitterte Oberfläche eine dritte Dimension. Folglich könnte man nun statt von einem Bild auch von einem Relief oder einem Objekt sprechen.
(Hans Ernst, Berlin, 2016)

Hirsch [Deer] (2014) - 06.429 - acrylic, plastic, lumber, iron paint, wooden base - 31 x 10 x 10 cm


OBJECTS

The sculptural work is only a small part of the work of Manfred Heinze.
His first object was created in 1978.
Many of his objects are rather small, the materials are different and the objects are very much shaped by the experiment. They mostly deal with the theme of architecture, interior architecture and landscape, but in contrast to his paintings, they do not follow an unique style.


OBJEKTE

Das plastische Werk macht nur einen kleinen Teil der Arbeit von Manfred Heinze aus. Sein erstes Objekt entstand 1978.

Viele seiner Objekte sind eher klein, die Materialien unterschiedlich und sehr vom Experiment geprägt. Sie kreisen meistens um das Thema Architektur, Innenarchitektur und Landschaft, verzichten dabei aber, im Gegensatz zu seiner Malerei, auf einen einheitlichen Stil.