MANFRED HEINZE
 

On this website Manfred Heinze has posted selected texts from his book »Onomatopoesia[Ahh]«
and he will post new texts about art and everything else.

(All texts are in German language only - sorry. To translate, copy the text and paste it into www.deepl.com)

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2017-12-20

Das erste Buch - Onomatopoesia Ahh (2016)

Hans Ernst: Ich habe dein soeben fertig gewordenes Buch Onomatopoesia Ahh gelesen.  Vielen Dank für das Exemplar vor dem eigentlichen Erscheinungstermin. Erzähl mal, wie es überhaupt zu diesem Buch gekommen ist.
Manfred Heinze: Tja, was soll ich sagen? Wie das so geht. Du schreibst und schreibst und irgendwann denkst du dir, was soll aus all den Texten werden? Und so habe ich etwa 2011 damit begonnen alle Texte chronologisch zu sortieren und zu überarbeiten. Ich habe ein Layout festgelegt und dann alles in ein DTP-Programm eingefügt.
 
Wie sind die Texte entstanden?
Sehr unterschiedlich. Teils sind die es Notizen, die ich ähnlich wie ein Tagebuch angelegt habe. Teils sind es Texte die ich zu meinen Werken geschrieben habe, und viele Texte mit größerem Umfang handeln von mir und meiner Arbeit. Das alles habe ich dann noch mit gesammelten Zitaten und Texten von Anderen über mich garniert. Ach ja, einige wenige Gedichte von habe ich auch noch veröffentlicht.
 
Was ich sehr schön finde ist die Seitenleiste zu den Texten. Kannst du dazu etwas sagen?
Die Seitenleiste, ja, diese e entstand, als mir klar wurde, dass ich mit der puren Veröffentlichung der aneinandergereihten Texte nicht glücklich werden würde. Zuviel musste erklärt werden, und zu viele Fotos, die ebenfalls erklären sollten was im Text erwähnt wird, mussten gezeigt werden. Natürlich hätte ich auch alles im Fließtext unterbringen können, aber die Lesbarkeit und die Klarheit des Textes hätten zu sehr gelitten. Also habe ich mich entschlossen alles Weiter zur Erklärung des eigentlichen Textes in der schmalen Seitenleiste unterzubringen.
 
Schade finde ich dabei, dass die Fotos deiner Werke nur in schwarz-weiß zu sehen sind.
Auch die Fotos sollen ja nur erklären, was im Text zu lesen ist. Sie sollen ja nicht das Werk in seiner vollen Farbigkeit zeigen, weil so gut wie nie von der Farbigkeit die Rede ist. Meistens geht es um Formen, Inhalte oder Kompositionen, und diese Themen lassen sich auch mit schwarz-weißen Fotos gut erklären.
 
Kommen wir zu den Texten selbst. Hast du die ganzen frühen Texte wirklich schon damals so geschrieben?
Nein, nein. Die allerwenigsten sind tatsächlich aus dieser ganz frühen Zeit. Die chronologische Reihenfolge basiert eher auf der Themenstellung. Es macht ja keinen Sinn, wenn ich den Bedarf spüre über ein bestimmtes Bild zu schreiben, diesen Text dann dem Datum der Entstehung zwangsweise unterzuordnen, der ja auch viele Jahre später sein kann. Es ist ja in diesem Falle wesentlich besser den Text dem Datum des Bezugs zuzuordnen. Aber die Texte, die anfangs auch einen stärkeren Architekturbezug hatten, sind aus dieser Zeit. Ich habe sie aufgenommen, weil sie ganz gut zeigen, wie sehr mir die Verbindung von Architektur und Kunst am Herzen lag.
 
Du schreibst im Vorwort, dass du ein Lektorat verweigert hast. Warum?
In einem Buch von Dieter Rot, ich weiß leiden den Titel im Moment nicht mehr, hat er ebenfalls all seine Texte und Notizen unkorrigiert gedruckt. Das fand ich sehr authentisch. Und da dieses Vorgehen gut zum Inhalt der gesammelten Texte passt, habe ich das so übernommen. Außerdem habe ich eine leichte Lese-, Rechtschreibschwäche, unter der ich als Schüler sehr litt, mittlerweile mich aber offensiv dazu bekenne. Und so fand ich nur selbstverständlich, meine Originalnotizen auch original abzudrucken.
 
Einige Text scheinen ja der puren Phantasie entsprungen zu sein. Soll ich das von dir aufgeschriebene so glauben?
Im Grunde schon. Du weißt ja, dass ich durchaus Situationen oder auch Personen erfinde. Betrifft dich ja auch. Aber, und das Aber muss ich sehr betont aussprechen, das was ich sage entspricht immer der Wirklichkeit. Ich erfinde ja nur das ganze Drumherum um meine Wahrheiten zu verkünden.
 
Du sagst, alle Texte waren fertig. Warum hat es dann so lange gedauert bis nun das Buch erscheinen kann?
Die Zusammenstellung der Texte, und die inhaltliche Überarbeitung habe ich stets neben meinem Alltagsgeschäft, der Malerei erledigt. Und dann war da ja noch der Umzug nach Osnabrück 2012, die Zeit ohne Studio in Osnabrück und der komplette Umbau und Renovierung von Wohnhaus und neuem Studio. All das hat mich sehr in Anspruch genommen. So blieb am Ende des Tages nicht viel Zeit ein Buch zu schreiben, daher hat es fast fünf Jahre gedauert. Gut voran gekommen bin ich am Stück nur in der letzten Phase. Ein Drucker war schnell gefunden, nur die allerletzten Anpassungen waren noch etwas stressig. Kurz vor Abgabe der Druckdaten hat mir ein Abgleich meiner Kalendereinträge zwischen iMac und iPhone einige Dateien durcheinandergebracht. Warum auch immer, plötzlich hatte ich von meiner Buchdatei nur noch eine ältere Version. Da ich aber an drei verschiedenen Stellen Updates hatte, konnte ich schließlich eine Version finden, in der nur einige wenige Texte noch fehlten. Nachsitzen musste ich auch, weil das nicht besonders professionelle DTP-Programm einige Texte und Bilder mit einem aus allen Farben zusammengesetzten Schwarzton versehen hatte. Also musste ich diese Texte finden und umbauen. Wirklich eine nervige Arbeit.
 
Letztendlich ist es aber gut geworden.
Ja, danke. Es gibt ein paar kleine Macken, die der Leser möglicherweise nicht sieht, aber sie regen mich natürlich auf.
 
Was ist das?
Na, die verrate ich natürlich nicht.
 
Hinten im Buch steht Fortsetzung folgt. Wie geht es weiter?
Genauso. Alle Themen und Gattungen werde ich so fortsetzen. Es wird in Onomatopoesia Beh mit diesem Gespräch beginnen. Vielleicht fallen mir ja noch ein paar andere Schriftformen für meine Mitteilungen ein. Warum nicht ein Protokoll über eine Werkherstellung schreiben, so wie es Handwerker für die Abrechnung mit dem Kunden tun. Ein Stück Jacquard Gewebe rot gelb Karomuster 124 x 87 cm, 557 Milliliter Preußisch Blau, 5 h 30 min. Arbeitszeit, und so weiter. Mal sehen, ob sich so ein Bild beschreiben lässt, und ob das Sinn macht. Interessant könnte ich es mir vorstellen. Und darüber hinaus gibt es bestimmt noch viele andere Formen von Schriftstücken, die ich für mich verstellen könnte.
 
Was ist das nächste Schriftstück das du angehen wirst?
Ich will einige kurze Texte für mein Journal nachtragen und einige Texte für meine Statements schreiben. Weitere große Textstücke habe ich noch nicht in Planung, ich könnte mir aber vorstellen, dass ich das Thema Gemälde auf Gewebe noch einmal intensiver anspreche. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass das nächste Buch mehr über mein Leben erzählt.
 
Eine Biographie?
Teilweise ja, insgesamt wieder ein Mischmasch inklusive Lautmalerei, also wieder eine echte Onomatopoesia.

Admin - 10:47:19 @ Allgemein | Kommentar hinzufügen

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